Das Faßweinschroten
Fassweinkeller
Galt es ein Fass zu schroten, so stand zuerst
eine Prüfung durch den Zunftmeister an. Er begutachtete das Fass und
seinen Inhalt auf einen einwandfreien Zustand. Ergab diese Prüfung keine
Beanstandung, wurde es mit geschickten Schaukelbewegungen vom Fasslager
herunter gehieft, und über die Schrotleiter zur Kellertreppe gerollt
oder gezogen.
Schrot I
Über die gesamte Länge der Kellertreppe legte man eine gut gefettete Schrotleiter auf. Die Schrotleiter gab es in verschiedenen Längen, und war eine Art Schiene, über die das Fass nach
oben gezogen wurde.
Schrot II
Oben am Kellerausgang wurde eine Windenvorrichtung angebracht. Sie bestand aus zwei massiven Eichenbalken, welche an die Außenwand angelegt wurden. An diesen Eichenbalken waren Lager für die Seilwinde angebracht. An den beiden Enden der Seilwinde wurde je ein starkes Rad
aufgesetzt, dessen verlängerte Speichen als Griffe dienten.
Schrot III
Um die Seilwinde herum wickelte man ein langes,
kräftiges Hanfseil, dessen beide Enden mit Eisenhaken versehen waren.
Diese Eisenhaken wurden am Fassboden eingehängt. Während des Schrotens
sorgte der Seilmann mit dem Seilhammer dafür, dass sich das Seil
gleichmäßig aufrollte.
Schrot IV
Wenn dann alles vorbereitet war, konnte das Schroten beginnen. Im Keller, hinter dem Fass, hatten die beiden „Stopper” die Aufgabe, das Fass während des Schrotens mit den Stoppkeilen nach hinten hin abzusichern, und für die richtige Lage auf der Schrotleiter zu sorgen. An der Windenvorrichtung oben am
Kellerausgang wurden je nach Größe und Schwere des Fasses zwei oder mehrere Hauptmänner und der Seilmann eingesetzt. Weiter standen Schrötergehilfen für Hilfsleistungen bereit. Auf das Kommando „Gut Schrot” des Zunftmeisters wurde dann, durch Ziehen von oben und Stemmen von unten, das Fass zum Kellerausgang geschrotet.
Schrot V
War das Fass am Kellerausgang angelangt, zog man es mit vereinten Kräften über eine Schrotleiter auf einen bereitstehenden Wagen, und mit diesem transportierte man es dann weiter.
Ausschank
Hatten die Weinschröter diese schwere und risikoreiche Arbeit, bei der jeder Handgriff sitzen musste, erfolgreich getan, folgte allerdings erst einmal ein kräftiger Umtrunk, welcher den Weinschrötern entweder laut örtlicher Satzung zustand, oder vom Winzer
auf den Lohn draufgegeben wurde.
